Stiftungsprofessur
Zum 1.8.2010 ist Prof. Dr. Andreas Bund als Vertreter des Faches „Elektrochemie und Galvanotechnik“ an die TU Ilmenau berufen worden. Der ZVO hat dies durch die Einrichtung der Stiftungsprofessur wesentlich mit ermöglicht.
Der Bedeutung dieser Entwicklung entsprechend wurde die Stiftungsprofessur am 8.10.2010 an der TU Ilmenau in festlichem Rahmen vorgestellt. Mehr als 70 Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Forschung sowie Industrie begleiteten die Vorstellung der Stiftungsprofessur. Umrahmt wurde die Veranstaltung von musikalischen Intermezzos des Kammerchors der TU Ilmenau.
In seiner Begrüßung hob der ZVO Vorsitzende Walter Zeschky die Bedeutung eines engeren Kontaktes zu Wissenschaft und Forschung für die galvanotechnische Branche hervor. Themen der Nachwuchsförderung und Weiterbildung sind ebenso von Bedeutung wie eine langfristige technologische Unterstützung von forschungsintensiven Themen. Von universitärer Seite bestätigten der Rektor der TU Ilmenau, Prof. Dr. Peter Scharff, und der Dekan der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik, Prof. Dr. Frank Berger, die Notwendigkeit des engen Kontaktes und die Chance, die gerade in Ilmenau damit besteht. Das Land Thüringen, vertreten von Dr. Jörg Prinzhausen vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, sieht in der Initiative eine große Chance für die wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung von Thüringen und der TU Ilmenau. Auch die Stadt Ilmenau und der Landkreis Ilm, vertreten von dem Landrat Dr. Benno Kaufhold, sehen in der mittelständischen Initiative ein hohes Maß an Risikobereitschaft, die verschiedenen Interessen zugunsten der gesamten Wirtschaft zu vereinen. Gerade dieser Punkt der übergreifenden Interessensvertretung ist auch dem Vertreter der Industrie- und Handelskammer, Volkmar Ludewig, wichtig und wurde von ihm noch einmal deutlich hervorgehoben. Alle Gratulanten beglückwünschten den ZVO und die TU Ilmenau zu dem mutigen Schritt, wünschten für den schweren Weg in der Zukunft viel Glück und Erfolg und boten Ihre Unterstützung bei weiteren Schritten an.

Festakt
Die Bedeutung der Stiftungsprofessur für die Oberflächentechnik liegt auch darin, dass die Führung, die Deutschland einst auf dem Gebiet der Elektrochemie und Galvanotechnik hatte, wieder erworben werden kann, so Dr. Malte Zimmer als Vertreter der Stifter in seiner Laudatio. Vermehrt wird die Querschnittswissenschaft Elektrochemie wieder als wichtig erkannt, verschiedene Universitäten denken über neue Lehrstühle, die dieses Gebiet vertreten sollen, nach. Die Einrichtung der Stiftungsprofessur zeigt, dass die TU Ilmenau und der ZVO dieser Entwicklung voraus sind. Dies ist umso bedeutender als die Initiatoren keine systemrelevanten Großunternehmen sind, sondern viele kleine und mittelständische Unternehmen einer Schlüsselbranche, die das wirtschaftliche Rückgrat Deutschlands bilden. Damit steht nicht die betriebswirtschaftlichen Interessen eines Einzelunternehmens im Vordergrund, sondern der Fortschritt und die Sicherung der deutschen Volkswirtschaft.
Historisch ist die Einrichtung an der TU Ilmenau nur konsequent. Es besteht eine langjährige Tradition in der elektrochemischen und galvanotechnischen Forschung, die als Basis für die weiteren Arbeiten dienen wird, so Prof. Dr. Christine Jakob über die Entwicklung an der TU. Die Elektrochemie hat hier ihre Bedeutung stets bewahrt, so dass die Arbeiten in dem wirtschaftlich bedeutenden Gebiet nahtlos fortgeführt werden können.
Die zukünftigen Themen seiner Arbeit stellte Prof. Dr. Andreas Bund vor. Neue elektrochemische Verfahren werden künftig dringend benötigt, um Elektrofahrzeuge der Zukunft zu entwickeln. Sie werden ebenso dabei entscheidend sein, eine bessere Energiespeicherung durch Batterien zu erreichen. Auch moderne Beschichtungen sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Speziell angepasste, hochentwickelte Produkte werden heute in der Fahrzeugindustrie für den Korrosions- und Verschleißschutz ebenso benötigt wie in der Elektrotechnik und Elektronik für Edelmetallkontakte oder in der Medizintechnik für Geräte mit funktionellen Oberflächen. Die Breite der Anwendungen führte zu einem Markt mit hohen Wachstumsraten, der durch die technische Entwicklung von neuen Materialien, deren Veredelungen und Anpassung an spezielle Anwendungen in den letzten Jahrzehnten weiter kontinuierlich gewachsen ist und auch in Zukunft wachsen wird.
Der an der TU Ilmenau einzurichtende Masterstudiengang „Elektrochemie und Galvanotechnik“ wird von der Universität und dem Zentralverband Oberflächentechnik gemeinsam getragen und ist bundesweit einzigartig. Er wird sowohl Studierenden im Hauptstudium als auch berufsbegleitend angeboten.

