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04.11.2017 Kategorie: ZVO U-Ticker

Schlötter eröffnet neue Versuchsgalvanik

Rechtzeitig zum 105-jährigen Firmenjubiläum eröffnete die Dr.-Ing. Max Schlötter GmbH & Co. KG eine neue Versuchsgalvanik.


Schlötter investierte 1 Mio Euro in neue Versuchsgalvanik. (Bild: Schlötter)

Schlötter investierte 1 Mio Euro in neue Versuchsgalvanik. (Bild: Schlötter)

Die neue Galvanik des 1912 in Leipzig gegründeten und seit 1944 in Geislingen ansässigen Unternehmens Schlötter umfasst eine Fläche von rund 360 Quadratmetern. Hier können galvanische und stromlose Prozesse aus dem rund 350 Verfahren umfassenden Produktportfolio im Technikumsmaßstab getestet und Kundenteile bemustert werden. Neben einer Vorbehandlungslinie enthält die Galvanik rund 50 Aktivbäder mit einem Volumen von 50 bis 400 Litern. Das sind rund 30 Prozent mehr Bäder als bisher, was die Flexibilität im Technikum deutlich erhöht.

Dabei können unterschiedliche Schichtsysteme, die in der funktionalen und dekorativen Galvanotechnik benötigt werden, abgeschieden werden: darunter Verfahren für den kathodischen Korrosionsschutz (Zink- und Zinklegierungen) mit anschließenden Nachbehandlungssystemen, Kunststoffmetallisierung beginnend mit der Aktivierung in der Gasphase und nachfolgenden dekorativen Beschichtungssystemen genauso wie stromlose Verfahren (zum Beispiel Chemisch Nickel) oder bewährte Verfahren zur Abscheidung von Kupfer und Silber.

Bereiche für sechs- und dreiwertige Chromelektrolyte

Da das Unternehmen bei der Planung der neuen Galvanik davon ausging, dass auf Chrom (VI) basierende Verfahren auch in den nächsten Jahren noch am Markt vertreten sein werden, enthält das neue Technikum auch einen Bereich für klassische sechswertige Chromelektrolyte, auch wenn damit zusätzliche Investitionen in die Ablufttechnik erforderlich wurden. Bemusterungen mit Chrom (VI) sind somit auch über das mittlerweile abgelaufene Sunset Date möglich. Natürlich sind auch innovative dreiwertige Chromelektrolyte der neuesten Generation vertreten.

Auch Sonderkunststoffe können in der Galvanik beschichtet werden

Auch Kunststoffe, einschließlich Sonderkunststoffen wie IXEF® (glasfaserverstärtes Polyarylamid), können in der neuen Galvanik beschichtet werden. Nach der Metallisierung mit Chemisch Nickel folgt die Beschichtung mit Kupfer und je nach Anforderung an die Endoberfläche die Abscheidung von Glanznickel, Doppelnickel, Velours- oder Satinnickel mit abschließender Verchromung.

Eine Leiterplattenlinie ist noch in Planung und soll 2018 in Betrieb gehen. Bereits 2012 eröffnete Schlötter zusammen mit der AGES Triallian Corp., dem langjährigen taiwanesischen Vertriebspartner des Geislinger Unternehmens, in Taipeh ein PCB Development Center, in dem die in Geislingen entwickelte sauren Kupferverfahren für Leiterplatten unter produktionsnahen Bedingungen zur Marktreife gebracht werden können. Durch den Bau einer weiteren kleinen Leiterplattenlinie in Geislingen können die Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Kupfer die von ihr entwickelten Verfahren in Zukunft auch im Haus testen.

Schlötter ist an der Entwicklung von innovativen Verfahren für die Leiterplatenherstellung beteiligt

Zwar werden die meisten Leiterplatten mittlerweile in Asien gefertigt, doch Schlötter legt großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit deutschen und mitteleuropäischen Leiterplattenherstellern und Forschungsinstituten: Das Geislinger Unternehmen ist beispielweise einer der Partner des Verbundprojekts PEKOS, das von August 2017 bis Juli 2020 vom BMBF gefördert wird. Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung von Prozessen und Maschinen für den neuen Integrationsansatz in der Mikroelektronik: das Panel-Level-Packaging, bei dem elektronische Bauteile flexibel in dünne organische Substrate eingebettet werden, um komplexe Module weiter zu miniaturisieren. Mit diesem Projekt soll die Mikroelektronik in Deutschland gestärkt werden.

Schlötter investierte 1 Million Euro

Zu den weiteren Besonderheiten des neuen Technikums zählen eine moderne Anlagensteuerung, eine effiziente Ab- und Zuluftanlage mit Wärmerückgewinnung sowie eine hochwertige LED-Beleuchtung. Der Boden verfügt über eine Gewässerschutzbeschichtung nach WHG und drei getrennte Auffangtassen für cyanidische, Cr(VI)-haltige und sonstige Abwässer. Die einzelnen Abwasserströme werden in der hauseigenen Abwasseranlage mit UV-Oxidationsreaktoren aufbereitet.

Insgesamt investierte Schlötter rund 1 Million Euro in den Bau der neuen Galvanik, die von den Mitarbeitern des Geschäftsbereichs Anlagentechnik geplant und gebaut wurde. Damit gewinnen die Kunden bei einem Besuch in Geislingen nicht nur ein Bild von den Eigenschaften der mit Schlötter-Elektrolyten abgeschiedenen Oberflächen, sondern auch von der Qualität einer von Schlötter gelieferten Galvanoanlage.


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