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ZINQ unterstützt Initiative Klimahafen Gelsenkirchen

Die im Juli gestartete Initiative Klimahafen Gelsenkirchen findet bundesweit Beachtung. Anfang September besuchten Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, sowie Dorothee Feller, Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Münster, die Initiative im Stadthafen Gelsenkirchen.

Lars Baumgürtel (Mitte r.) begrüßte Bundesministerin Karliczek (Mitte l.) und Regierungspräsidentin Feller (3.v.l.) bei der Initiative Klimahafen Gelsenkirchen.

Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Karin Welge begrüßte die Gäste im Stadthafen auf dem Werksgelände der ZINQ-Gruppe. Mittlerweile haben sich bereits dreizehn Betriebe – verstärkt durch die IHK Nord Westfalen, den Wissenschaftspark und die Stadt Gelsenkirchen – hinter den Bestrebungen der Initiative versammelt, so schnell wie möglich klimaneutral zu wirtschaften. Dazu sei eine Verlängerung der vom Bund geförderten Wasserstoffpipeline GetH2 unerlässlich, die ab 2024 grünen Wasserstoff aus Norddeutschland bis nach Gelsenkirchen-Scholven transportieren soll, so die Vertreter der Initiative.

Lars Baumgürtel, geschäftsführender Gesellschafter der ZINQ-Gruppe, Sprecher der Initiative und Gastgeber des Abends, stellte die Ziele und konkreten Projekte der Initiative vor und machte zugleich darauf aufmerksam, welche Randbedingungen dem Ziel der Klimaneutralität in der mittelständischen Industrie noch entgegenstehen. „Der Wandel wird an den hier produzierenden Unternehmen nicht scheitern, denn wir sind bereit, unsere Anlagen umzurüsten. Um letztlich klimaneutral produzieren zu können, brauchen wir grünen Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen.“

Auch Thomas Reuther, Vorstandsmitglied der TRIMET Aluminium SE, wünscht sich für die zukünftigen Aktivitäten der Unternehmen vor allem Sicherheit bei der Investitionsplanung: „Die Auslegung unserer Anlagen auf 100 Prozent Wasserstoff ist machbar, aber teilweise mit erheblichen Kosten verbunden. Je eher wir uns auf zukünftige Entwicklungen verbindlich einstellen können, desto besser lassen sich diese Investitionen managen – beispielsweise im Rahmen ohnehin anstehender Investitionen für Instandhaltungen und Modernisierungen.“ Die politische Unterstützung zur Absicherung der Aktivitäten sei deshalb unabdingbar.

Oberbürgermeisterin Welge betonte die Bedeutung des Vorhabens für die Stadt und die Region: „Durch die frühe Anbindung an grünen Wasserstoff und das engagierte Handeln der mittelständischen Industrie kann der Klimahafen Gelsenkirchen zum Modell für andere Gewerbegebiete werden“.

Bundesforschungsministerin Karliczek zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Unternehmen und den potenziellen CO2-Einsparungen. Sie stellte die Förderung von Machbarkeitsuntersuchungen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen sowie die Unterstützung der Initiative bei Infrastrukturanliegen und Fragen zur Marktentwicklung grünen Wasserstoffs in Aussicht. Die Verlängerung der geförderten Wasserstoffpipeline GetH2 bis in den Stadthafen befürwortete die Ministerin ebenfalls.

Mit einem kurzfristigen Umstieg auf ein wasserstoffreiches Energiegas der Kokerei Prosper könnten allein vier Unternehmen der Initiative bis zu 8.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Mit grünem Wasserstoff aus dem Projekt „GetH2 Nukleus“ über einen Anschluss an die GetH2-Pipeline würden die Emissionen für Prozesswärme in diesen Unternehmen um weitere 23.000 Tonnen praktisch auf null gesenkt werden. Insgesamt haben sich 13 Unternehmen der im Mai gestarteten Initiative angeschlossen. So sind die ArcelorMittal Bremen GmbH, die arsol aromatics GmbH & Co. KG, die Avangard Malz AG, die Ball Beverage Packaging Gelsenkirchen GmbH, die Ruhr Oel GmbH - bp Gelsenkirchen, die Gelsenkirchener Logistik-, Hafen- und Servicegesellschaft mbH (GELSEN-LOG.), die Müller´s Mühle GmbH, die Mühle Rünigen Stefan Engelke GmbH, die RK Verpackungssysteme GmbH, die Schmitt Stahlbau GmbH und die Uniper Energy Sales GmbH ebenfalls an Bord. Weitere Informationen unter www.klimahafen-gelsenkirchen.de.