• News ©bluebay2014

Detailansicht

Deutsche Wirtschaft erleidet dramatischen Einbruch

Im 2. Quartal 2020 ist das das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um mehr als 10 Prozent gesunken. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Berechnung im Jahr 1970. Trotz leichter Stabilisierung im Juni erwartet der Zentralverband Oberflächentechnik e.V. auch für die Galvano- und Oberflächentechnik einen erheblichen Rückgang des Branchenumsatzes für 2020.

Industry 4.0 with state-of-the-art technology

Deutsche Wirtschaft verzeichnet historischen Einbruch.

Der Einbruch des BIP um mehr als 10 Prozent aufgrund der Corona-Pandemie im übersteigt deutlich den der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise (minus 4,7 Prozent im 1. Quartal 2009). Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am 30. Juli mit. Sowohl die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen als auch die privaten Konsumausgaben und die Investitionen in Ausrüstungen seien massiv eingebrochen. Dem gegenüber stehe eine Erhöhung der staatlichen Konsumausgaben während der Krise. 

Auch im Vorjahresvergleich ist die Wirtschaftsleistung demnach eingebrochen: Das BIP war im 2. Quartal 2020 preisbereinigt um fast zwölf Prozent niedriger als ein Jahr zuvor (auch kalenderbereinigt). Einen derart starken Rückgang hat es selbst in den Jahren der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/2009 nicht gegeben: Der bisher stärkste Rückgang gegenüber einem Vorjahresquartal war mit minus 7,9 Prozent im 2. Quartal 2009 zu verzeichnen.

Zur BIP-Grafik

„Der Einbruch des Bruttoinlandsproduktes im 2. Quartal kann nicht wirklich überraschen, die schlechte Auftragslage bei der weit überwiegenden Zahl unserer Mitglieder spricht eine deutliche Sprache“, sagt ZVO-Hauptgeschäftsführer Christoph Matheis zu den jüngsten Zahlen. „April und Mai 2020 waren für viele Betriebe katastrophal, im Juni wurde es auf niedrigem Niveau etwas besser. Einzig Unternehmen mit funktionellen Oberflächen für Kunden aus dem Maschinenbau, hier in erster Linie für die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie, hatten bisher kaum Einbrüche. Für 2020 müssen wir leider von einem gesamten Rückgang des Branchenumsatzes von 25 Prozent ausgehen.

„Kein weiterer coronabedingter Anstieg bei der Arbeitslosigkeit“

Ebenfalls am 30. Juli legte die Bundesagentur für Arbeit ihre Zahlen für das erste Halbjahr vor. „Der Arbeitsmarkt steht wegen der Corona-Pandemie nach wie vor unter Druck, der massive Einsatz von Kurzarbeit hat stärkere Anstiege der Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsverluste verhindert.“, sagte der Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit (BA), Daniel Terzenbach.

Zu Beginn der Sommerpause von Juni auf Juli ist die Arbeitslosenzahl im üblichen Umfang gestiegen, da vor den Sommerferien die Ausbildungsverhältnisse enden und weniger Betriebe neue Mitarbeiter einstellen, teilte die Arbeitsagentur mit. Die aktuelle Arbeitslosenzahl liegt mit 2.910.000 um 57.000 höher als im Vormonat.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosenzahl um 635.000 erhöht. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent und verzeichnet im Vergleich zum Juli des vorigen Jahres ein Plus von 1,3 Prozentpunkten. Erwerbslosenquote war sich im Juni bei 4,5 Prozent.

Kurzarbeit ging im Mai wieder zurück

Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde vom 1. bis einschließlich 26. Juli für 190.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Damit geht die Zahl der Personen, für die Kurzarbeit angezeigt wird, nach dem massiven Anstieg in März und April weiter deutlich zurück.

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Mai zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Mai für 6,70 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach 6,10 Millionen im April und 2,46 Millionen im März. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit lag damit weit über den Werten zur Zeit der Finanzmarktkrise 2008/2009.