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Wirtschaftsfaktor

Die Galvano- und Oberflächentechnik stellt eine der traditionell mittelständisch geprägten Industriebranchen in Deutschland dar. Im engeren Sinne werden vom Statistischen Bundesamt die Veredelung von

• zugekauften Erzeugnissen und
• fremden Erzeugnissen im Lohnauftrag (Lohnveredelung)

erfasst. Hier sind in Deutschland rund 800 Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten tätig. Mit insgesamt 50.000 Beschäftigten wurde 2015 ein Umsatz von ca. 7,5 Mrd. Euro erzielt. In dieser Abgrenzung ist der Branchenumsatz in den letzten zehn Jahren um 65 Prozent gewachsen. Dabei konnte der Auslandsumsatz stärker zulegen als der Inlandsumsatz. Allerdings bleibt der Exportanteil mit 15 Prozent gering.

Diese statistische Erfassung ist aber nur die Spitze des Eisbergs, denn sämtliche Betriebe unter 20 Beschäftigten bleiben darin komplett unberücksichtigt. Die Industriekreditbank errechnet für die gesamte Oberflächentechnik einen Umsatz von rund 17,5 Mrd. Euro. Damit ist Deutschland das führende Land für Oberflächentechnik in der Europäischen Union.

Die Branche liefert an einen breiten Abnehmerkreis. Wichtigste Kundengruppe ist unverändert die Automobilindustrie, die circa 40 Prozent der gesamten Leistungen der Oberflächentechnik in Anspruch nimmt. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass gerade diese Zielgruppe nicht nur die Dienste von Lohnveredlern nutzt, sondern in vielen Fällen auch entsprechend vorbehandelte Bleche und Bauteile einsetzt, die sowohl von Stahlunternehmen als auch von anderen Zuliefergruppen gefertigt werden. Vielfach wird die Ober ächenveredelung jedoch als Dienstleistung der jeweiligen Endproduktgruppe, also zum Beispiel den Stahlherstellern, zugeordnet.

Weitere wichtige Abnehmergruppen sind der Maschinenbau, die Bauindustrie, die Medizintechnik sowie die Luft- und Raumfahrttechnik. Daneben nehmen aber auch die Elektrotechnik, die Verpackungsindustrie oder die (Tele-) Kommunikations- und Verkehrsindustrie diese Technologien in Anspruch.

Zu den am häufigsten eingesetzten Beschichtungsmetallen gehören Zink und Zinklegierungen, auf die wertbezogen rund 40 Prozent aller galvanischen Beschichtungen entfallen, gefolgt von Kupfer-, Nickel-, Chrom-, Zinn- und Edelmetall-Oberflächen. Zunehmend werden auch Legierungen dieser Metalle eingesetzt. 

Wertschöpfung

Der Wertanteil galvanischer Oberflächen beträgt – gemessen am Gesamtwert des Endproduktes – nur 5–15 Prozent. Dennoch spielt die Galvanotechnik bei der Verwirklichung innovativer Produktkonzeptionen eine entscheidende Rolle. Diese wirtschaftliche Komponente verbunden mit der hohen Qualität galvanischer Schichten ist der Schlüssel für die hohe Wertschöpfung der Galvanotechnik in Deutschland.