Neben diesen ökologischen Vorteilen besitzt die Galvano- und Oberflächen- technik eine starke ökonomische Di- mension: Längere Produktlebenszyklen bedeuten weniger Abfall und geringe- ren Bedarf an Rohstoffen und Energie für Ersatzproduktionen. Gemessen am Gesamtwert der Endprodukte beträgt der Wertanteil galvanischer Oberflächen nur 5 bis 15 Prozent. Mit Galvanotechnik lässt sich aber im Rahmen von innovativen Pro- duktkonzeptionen auf Abnehmerseite eine Wertschöpfung von rund 20 Pro- zent erzielen. So werden unter ande- rem durch galvanische Schutzschichten Korrosionsschäden verhindert, deren Kosten sich in den meisten Industrie- ländern auf etwa 3 bis 4 Prozent des BIP belaufen. Damit bleibt die Galvano- und Ober- flächentechnik ein unverzichtbarer, wertschöpfender und nachhaltiger Bestandteil moderner Industrieproduk- tion – technologisch, wirtschaftlich und ökologisch. Ihre Bedeutung wird mit zunehmender Elektrifizierung, Miniatu- risierung und dem Bedarf an robusten, kreislauffähigen Produkten weiter steigen. Als Schlüsseltechnologie, die in nahezu jeder Branche Anwendung findet, ist sie jedoch abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Weltwirtschaft mit trügerischer Stabilität Die weltwirtschaftliche Entwicklung war 2025 von einer nur scheinbaren Stabi- lität geprägt. Trotz anhaltender geo- politischer Spannungen, zunehmender handelspolitischer Restriktionen und struktureller Belastungsfaktoren zeigte sich die globale Konjunktur zunächst widerstandsfähig. Nach Prognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wuchs die weltweite Wirtschaftsleis- tung 2025 um 2,5 Prozent, getragen vor allem von den USA und den Schwel- lenländern. Angesichts der weiterhin hohen wirtschaftspolitischen Unsicher- heit ist jedoch mit einer Abschwächung der Dynamik zu rechnen. Für 2026 wird ein Rückgang des globalen Wachstums auf rund 2,0 Prozent erwartet. Der internationale Warenhandel blieb durch das protektionistische Umfeld spürbar beeinträchtigt. Zwar expandierte der Welthandel 2025 noch um 4,5 Prozent, für 2026 wird jedoch nur noch ein Zuwachs von etwa 1,5 Prozent prognostiziert. In Europa entwickelte sich die Wirtschaft im Jahr 2025 moderat. Sinkende Zinsen und ein robuster privater Konsum stützten die Konjunktur, während globale Unsi- cherheiten und eine schwache Exportentwicklung dämpfend wirkten. Deutschland bildete dabei das Schlusslicht der Wachstumsentwicklung und verharrte weitgehend in der Stagnation. Stagnation der deutschen Wirtschaft Nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes wuchs das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in Deutschland 2025 um 0,2 Prozent, kalenderbereinigt um 0,3 Prozent. Nach zwei Jahren der Rezession stellt dies zwar eine leichte Erholung dar, diese wurde jedoch nahezu ausschließlich vom privaten Konsum getragen. Die Exportleistung ging erneut zurück. Belastend wirkten insbesondere höhere US-Zöl- le, die Aufwertung des Euro sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck aus China. Rückgänge verzeichneten zentrale Exportbereiche wie Kraftfahrzeuge und -teile, Maschinen sowie chemische Erzeugnisse. Demgegenüber stiegen die Importe nach zwei rückläufigen Jahren im Jahr 2025 preisbereinigt deutlich um 3,6 Prozent. Maßgeblich waren höhere Einfuhren von Waren, darunter Maschinen, elektrische Ausrüstungen, pharmazeutische Produkte und Nahrungsmittel. Die Investitionstätigkeit blieb auch 2025 schwach. Sowohl die Ausrüstungsinves- titionen als auch die Bauinvestitionen gingen erneut zurück und unterstrichen die fortdauernde Zurückhaltung der Unternehmen. Reales BIP-Wachstum, Veränderung in % zum Vorjahr Deutschland Euro-Zone UK USA Japan China 2023 -0,7 1,0 0,3 2,9 0,9 5,4 2024 -0,5 0,8 1,1 2,8 -0,4 5,0 2025S 2026P 0,3 1,5 1,4 2,2 1,3 5,0 0,9 1,3 1,0 2,5 0,9 4,6 (Quellen: Statistische Ämter, Zentralbanken und IKB-Prognosen, Stand: Januar 2026) Im Verarbeitenden Gewerbe setzte sich der Abwärtstrend fort. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung sank 2025 im dritten Jahr in Folge um 1,3 Prozent gegen- über dem Vorjahr. Damit fiel der Rückgang zwar geringer aus als in den beiden Vorjahren, blieb jedoch spürbar. Besonders betroffen waren große Industriezweige wie die Automobilindustrie und der Maschinenbau, die sich einem verschärften internationalen Wettbewerbsumfeld gegenübersahen. In der Chemieindustrie sowie in anderen energieintensiven Branchen lag die wirtschaftliche Aktivität erneut unter dem bereits niedrigen Vorjahresniveau. 36 JAHRESBERICHT I 2025 Branche