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ZVO-Oberflächentage 2017 locken mit spannenden Themen

Alternativen zu Chromsäure, Zink-Nickel-Legierungsschichten, Industrie 4.0 … die diesjährigen ZVO-Oberflächentage in Berlin behandeln gleich eine ganze Reihe der für die Branche brennenden Themen. Vom 13. bis 15. September bietet der Fachkongress des Zentralverbands Oberflächentechnik e.V. Anwendern, Abnehmern von Oberflächen, Wissenschaftlern, Entwicklern, Konstrukteuren, Einkäufern und QM- sowie Vertriebsmitarbeiter aus allen industriellen Wirtschaftsbereichen wieder die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren und auszutauschen.

Logo ZVO Oberflächentage

Vornehmliches Ziel der ZVO-Oberflächentage ist die gezielte Vernetzung von Forschung und Praxis zum Thema Galvano- und Oberflächentechnik und die Unterstützung der branchenübergreifenden Kommunikation. Das Erschließen neuer Anwendungsbereiche für galvanische Beschichtungen und die steigenden Anforderungen an beschichtete Oberflächen sowie der Umgang mit neuen gesetzlichen Vorschriften auf EU- und Bundesebene sind dabei die Kernthemen.

Alternativen zur Verwendung chromsäurebasierender Prozesstechnologien

Chromsäure und Chromate spielen seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle in der galvanischen Oberflächenveredelung. Ob für die dekorative Verchromung in der Sanitärindustrie, dem Automobilbau oder bei Konsumgütern, ob bei der Hartverchromung im Maschinen- und Anlagenbau oder als wichtige Komponente bei der Passivierung von Oberflächen sowie der Vorbehandlung im Bereich der Kunststoffveredelung: Prozesse auf der Basis von Chromsäure gelten als robust, wirtschaftlich und die erzeugten Oberflächen zeigen in vielen Fällen ein einzigartiges Eigenschaftsprofil.
Aufgrund seiner toxikologischen Eigenschaften ist Chromsäure jedoch in den vergangenen Jahren verstärkt in den Fokus des Gesundheits-, Umwelt- und Arbeitsschutzes gerückt. Regulatorischer Druck (REACH-Richtlinie) und das allgemein immer stärker werdende Bewusstsein für die Bedürfnisse von Mensch und Umwelt führen zu immer höherem Aufwand beim Einsatz von Chromsäure. Die Galvano- und Oberflächentechnik arbeitet daher mit Hochdruck an der Entwicklung von Alternativen zum Einsatz von Chromsäure. Der entsprechende Vortragsblock auf den ZVO-Oberflächentagen gibt einen Überblick über den aktuellen Status in verschiedenen Anwendungen und über die Herausforderungen für die nächsten Schritte.

Außerdem steht den Mitgliedern des ZVO der ab 1. Juli 2017 als ZVO-Ressortleiter Umwelt- und Chemikalienpolitik tätige Dr. Malte-Matthias Zimmer für eine aktuelle REACH-Sprechstunde zur Verfügung. 

Legierungsschichten (funktioneller Korrosionsschutz, dekorativer Korrosionsschutz, Verschleißschutz)

Der ZVO-/DGO-Arbeitskreis Zink-Nickel zeigt in seinem Vortragsblock die Leistungsfähigkeit von Zink-Nickel-Legierungsschichten auf, die infolge ständig wachsender Anforderungen der Automobilindustrie immer mehr in den Fokus rücken. Weitere Themen sind unter anderem die Prozessführung und -kontrolle, ein Vergleich von Zink-Nickel zu Zink-Flakes, eine modifizierte Korrosionswechselprüfung, Anforderungen an Versiegelungen für Zink-Nickel-Oberflächen sowie das Reibwertverhalten bzw. dessen Ermittlung.

Anwendungsnahe Zukunftstechnologien

Ein weiterer Vortragsblock der ZVO-Oberflächentage befasst sich mit aktuellen Ergebnissen aus der anwendungsnahen Grundlagenforschung der TU Ilmenau und der TU Chemnitz.

Die TU Ilmenau, Fachgebiet „Elektrochemie und Galvanotechnik“, stellt neben neuen Entwicklungen aus dem Bereich der elektrochemischen Messtechnik (Gravimetrie) sowie Prozessentwicklung und -optimierung (Stromdichteverteilung) eine aussichtsreiche Technologie zur direkten galvanischen Beschichtung von Halbleiteroberflächen (zum Beispiel Silizium-basierte Detektoren, Solarzellen) vor. In einem weiteren Beitrag wird der Stand der Technik zur galvanischen Abscheidung von Elementen mit sehr negativen Nernst-Potenzialen (zum Beispiel Al, Ta, Ti, Nb) aus ionischen Flüssigkeiten diskutiert. Mögliche Anwendungen aus dem Bereich des Oberflächenschutzes unter extremen Bedingungen werden aufgezeigt.

Die TU Chemnitz stellt in ihrer Session neuartige Ansätze zur Elektrolytentwicklung vor.

DIN informiert

Die Globalisierung fasst auch im Bereich der Normung Fuß. Was gestern galt, ist heute nicht mehr aktuell. Produzenten setzen immer mehr Europäische bzw. ISO-Normen ein. Der Normenschwerpunkt verlagert sich nach Asien. Hier sind Korea, Japan und China die Global Player. Wenn die Branche auch in Zukunft ihre Standards beibehalten oder ausbauen will, gilt es, die Bereiche CEN (Europa) und ISO weiter zu forcieren. Der Vortragsblock „DIN informiert“ gibt Einblicke in die Arbeit des ZVO-Arbeitskreises „Chemische und elektrochemische Überzüge“ und zeigt aktuelle Probleme sowie Perspektiven auf. Ziel ist es, die Komplexität der Normungsbandbreite aufzuzeigen. In vier Vorträgen werden die DIN 50940-1, DIN 50969-3, DIN EN ISO 9717, DIN EN ISO 19598 und DIN EN ISO 2018 vorgestellt. 

Industrielle Bauteilreinigung

Mit dem Forum Bauteilreinigung bieten die ZVO-Oberflächentage auch innovative Lösungen und praxisorientiertes Wissen für diesen qualitätsentscheidenden Fertigungsschritt. Denn unabhängig davon, welche Beschichtung wofür eingesetzt wird, eine bedarfsgerecht saubere Oberfläche ist Grundvoraussetzung für deren Qualität und Haltbarkeit. Das in den ZVO-Kongress integrierte Forum des Fachverbands industrielle Teilereinigung e. V. (FiT) bietet das Know-how, um die für die Beschichtung erforderliche Sauberkeit stabil und wirtschaftlich zu erzielen. Erstmals wird es sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig den Grundlagen zur Vorbehandlung in der Galvanotechnik – Chemie und Physik des Vorbehandlungsprozesses – annehmen. 

Industrie 4.0 in Galvanotechnik und Bauteilreinigung

2012 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf der HANNOVER MESSE das Zukunftsprojekt Industrie 4.0 ins Leben gerufen. Seine Bedeutung liegt im Zusatz 4.0, der für die Entstehung einer vierten industriellen Revolution steht. Nach der Einführung von mechanischen Produktionsanlagen, angetrieben durch Wasser- bzw. Dampfkraft, der Massenfertigung auf Basis von elektrischer Energie sowie dem Einsatz von Elektronik und IT in der Produktion ist die vierte industrielle Revolution gekennzeichnet durch intelligente Verzahnung von Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik.

Der Mittelstand diskutiert aktuell darüber, ob und inwieweit er technologische Neuerungen umsetzt oder ob er zunächst entstehende Chancen und Risiken dieser Entwicklungen abwartet. Hier gilt es für Unternehmen, einen machbaren Mittelweg zwischen begründetem Aktionismus und kaufmännischer Vorsicht zu finden. Die Themen des Vortragsblocks Industrie 4.0 zeigen hierzu Möglichkeiten auf.

Informationen über die weiteren Themen der diesjährigen ZVO-Oberflächentage sowie Anmeldung unter oberflaechentage.zvo.org.

Kontakt

Porträtfoto der Referentin Presse und Kommunikation des ZVO, Birgit Spickermann

Birgit Spickermann
Referentin Presse und Kommunikation

Tel.: +49 (0) 2103 25 56 21
Fax: +49 (0) 2103 25 56 32
Mail: b.spickermann@zvo.org