AUS DEN VERBÄNDEN i A P I / d m h c S : d l i B Abb. 3: Grad der Selbstständigkeit – Automatisierung -> Autonomisierung [7] Themen Produktpass, Kreislaufwirt- schaft, Recycling an. Aus unendlich vielen Forschungsvorhaben liegen in den Archi- ven der Institute und Universitäten Men- gen ungenutzter Daten. Allein in der EU entsteht ein Verlust von 10,2 Milliarden Euro pro Jahr, die in Experimente und For- schungsvorhaben gesteckt werden, die längst durchgeführt wurden. Digitalisierung der vorhandenen Daten bedeutet nicht, sie ein- zuscannen. Unter dem Oberbegriff Ontolo- gie werden die gesammelten Daten Themen- gebieten zugeordnet, um die bestmögliche Darstellung und Strukturierung des vor- handenen Wissens zu erzielen [9]. Ergebnis einer Forschungsarbeit sind die Daten eines Kupferzyklus von der Gewinnung bis zum Recycling. Hieraus wird der Produktpass für Kupfer abgeleitet. Im Zuge von Rohstoffknappheit und steigenden Rohstoffkosten wird das Thema Recycling von Werkstoffen und Ersatz von kritischen Rohstoffen durch weniger kri- tische und leichter zugängliche wichtiger denn je. Hinzu kommt, dass im Zuge des Green Deal bis Februar 2027 der erste Pro- duktpass für Batterien erstellt werden soll. Eine Herausforderung für Entwicklung und Wirtschaft. Andrew Harris [10] führte in das Recy- cling von Li-Ionen-Batterien ein. Während bisher nur Abfälle aus Mikrozellen und Fehl- produktionen recycelt werden, wird in Zu- kunft mit einem Anstieg an Alt-Batterien gerechnet. Die Hauptelemente in Batterien sind Al, Cu, Li, Ni, Co, Mn und Graphit, wovon Li, Ni und Co zu den kritischen Ma- terialien zählen. Nach den ersten Schritten, Zerlegen und Schreddern der Batterien, werden aus der Schwarzmasse durch ein spe- ziell entwickeltes Verfahren aus Hydrolyse, Laugung, Auswaschung und Vakuumtrock- nung die Elemente zurückgewonnen. Der Graphitanteil unterstützt das Verfahren. Es werden mehr als 95 Prozent der Elemente Ni, Co, Mn, Cu und mehr als 80 Prozent des Li zurückgewonnen und für die erneute Verwendung bereitgestellt. Andreas Klug [11] beschrieb Chancen, aber auch Stolperfallen beim Umgang mit Recyc- ling von Edelmetallen. Fest steht: Recycling von Metallen geht bis jetzt nicht klima- neutral. Die Vorteile von Recycling liegen dennoch auf der Hand: Ressourcen werden geschützt und der Umwelt-Fußabdruck wird reduziert. Ohne eine klare Definition für recyceltes Edelmetall gilt es, genau hinzu- schauen, aus welchen Quellen die Materia- lien stammen. Einigkeit besteht darin, dass neben edelmetallhaltigen Industrie- oder Produktionsabfällen die Nebenströme aus Minenbetrieb zum Recycling gehören. Aber auch unverkaufter Schmuck oder Invest- mentbarren werden aufgearbeitet, um mit nachhaltigem Edelmetall zu werben. Die Goldnachfrage übersteigt deutlich das An- gebot aus recyceltem Material, sodass zusätz- lich 72 Prozent des Bedarfs aus Minen abge- baut werden müssen. Dies wiederum sichert die Lebensgrundlage von mehr als 100 Mil- lionen Menschen. Es ist unerlässlich, nach- haltigen Minenabbau zu unterstützen und zu fördern. Wie an verbesserten Methoden gearbei- tet wird, beschrieb Thomas Frey [12]. Die Abfälle aus Industrie und Produktion sind gemischt und beinhalten sowohl organische als auch anorganische Bestandteile. In der Metallfraktion liegen neben Edelmetallen Nichtedelmetalle vor, deren Anteil im Lau- fe der Jahre angestiegen ist. Die bisherigen Methoden – Veraschen, Schmelzen, Elek- trolyse – sind energie- und CO2-intensiv. Unter dem Überbegriff „Intelligente Trenn- und Sortiertechnologie“ werden die Abläu- fe geändert und so die Ag-Metallabfälle im wahrsten Sinne des Wortes veredelt. Die anfallenden gemischten Abfälle werden zer- kleinert und geschreddert, in einer Fest-Flüs- sig-Abscheidung getrennt und magnetische Materialien entnommen. Im Schwimm- Sink-Verfahren werden Kunststoffe von Me- tallen getrennt. Für die Metallfraktion folgt jetzt der Schmelz- und Raffinierprozess. Neben der CO2-Einsparung von beinahe 60 Prozent werden die Kosten um 25 Pro- zent reduziert. Je nach Abfallart können hö- here Einsparungen erzielt werden. Die besten Recycling-Techniken funk- tionieren nur so gut, wie die Stoffe und Pro- dukte in die Wiederverwertungsanlagen zu- rückgeführt werden. Viele Produkte werden ins Ausland exportiert und auf diese Weise dem Kreislauf entzogen. Dr. Elke Moosbach Literatur [1] „KI-Herausforderungen für die Zukunft“, Prof. Dr. Markus Hölzle, Zentrum für Sonnenenergie- und Wasser- stoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), Ulm [2] „Was ist denn besser in der mikrostrukturellen Qualitätskontrolle – menschliche oder künstliche Intelligenz?“, Prof. Dr. Frank Mücklich, Universität des Saarlands, Material Engineering Center Saarland, Saarbrücken [3] „Qualitätskontrolle und -sicherung (Einsatz von KI zu Oberflächeninspektion)“, Dr. Kerstin Thiemann, Fraun- hofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM, Freiburg [4] „Intelligente Bordnetzgestaltung: Digitale Zwillinge, KI und Kontaktphysik im Zusammenspiel“, Uwe Hauck, TE Connectivity Germany GmbH, Berlin [5] „Analytik – ein Schlüsselwort in der Zukunft der Beschichtungsindustrie“, Dr. Elke Spahn, Gravitech Gesell- schaft für Analysentechnik mbH, Rodgau [6] „Künstliche Intelligenz in der Galvanotechnik: vom Prozessdatenberg zum smarten Prozesswissen“, Fabian Herbst, DiTec GmbH, Heidelberg [7] „Besser Beschichten mit Digitalisierung und KI“, Klaus Schmid, Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtech- nik IPA, Stuttgart [8] „Chancen der Digitalisierung in der Materialwissenschaft“, Dr. Miriam Eisenbart, fem Forschungsinstitut, Schwäbisch Gmünd [9] Ontologie: Was ist das? Einfach erklärt – FOCUS online [10] „Challenges Faced During Process Development of Hydrometallurgical Recycling of Li-ion Battery Black Mass‘“, Dr. Andrew Harris, Aurubis AG, Hamburg [11] „Chancen und Stolperfallen im Umgang mit recyceltem Edelmetall“, Andreas Klug, Heraeus Electronics GmbH & Co. KG, Hanau [12] „Recycling von Silber: Nachhaltigkeit durch geschlossene Wertstoffkreisläufe“, Thomas Frey, SilverTeam Recy- cling GmbH, Sulzberg 26 ZVOreport 3 | Juni 2026