Im Rahmen einer ausführlichen Betriebsführung erhielt Frau Rump einen tiefgehenden Einblick in die Praxis der Galvanotechnik und die zentrale Rolle der Oberflächentechnik für industrielle Wertschöpfungsketten. Die verschiedenen Beschichtungsprozesse verdeutlichten einmal mehr: Die Branche ist hochinnovativ, technologisch anspruchsvoll und unverzichtbar für zahlreiche Schlüsselindustrien.
Im anschließenden politischen Austausch diskutierten Daniela Rump, die Geschäftsführerin von Strötzel Oberflächentechnik, Sabrina Schott, sowie Lukas Hanstein, Leiter Politik des ZVO, insbesondere die aktuellen Herausforderungen im Bereich Arbeit und Soziales.
Ein Schwerpunkt lag auf dem zunehmenden Fachkräftemangel. Aus Sicht der Unternehmen ist klar: Es braucht deutlich stärkere Anstrengungen, um junge Menschen für industrielle Ausbildungsberufe zu gewinnen und langfristig im Arbeitsmarkt zu halten. Ohne eine gezielte Stärkung der beruflichen Bildung drohen strukturelle Engpässe, die die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland nachhaltig beeinträchtigen.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für viele mittelständische Industrieunternehmen zunehmend herausfordernder werden. Themen wie der Mindestlohn sowie deutlich gestiegene Lohnnebenkosten belasten die Unternehmen zusätzlich – insbesondere in einer Phase, in der ohnehin hohe Energiepreise und regulatorische Anforderungen bestehen.
Trotz unterschiedlicher Perspektiven bestand Einigkeit in einem zentralen Punkt: Die notwendigen Lösungsansätze sind bekannt. Entscheidend ist nun deren konsequente und zügige Umsetzung auf politischer Ebene.
Aus Sicht des ZVO ist klar: Die mittelständisch geprägte Industrie steht unter erheblichem Druck. Die vielfach beschworene „Zeitenwende“ muss sich nun auch in konkreten wirtschaftspolitischen Maßnahmen niederschlagen. Denn für viele Unternehmen ist die Lage längst zugespitzt – es ist nicht mehr fünf vor zwölf, sondern bereits fünf nach zwölf.
Der ZVO wird den Dialog mit der Politik weiterhin aktiv gestalten und sich dafür einsetzen, dass die Belange der Oberflächentechnik im politischen Entscheidungsprozess angemessen berücksichtigt werden.