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FAQ

Galvanotechnik

Hier finden Sie einige Fragen und Antworten zu den Grundlagen und Verfahrenstechnik der Galvano- und Oberflächentechnik, allgemein verständlich erklärt.

Was ist Oberflächentechnik?

Unter Oberflächentechnik versteht man alle Verfahren, mit denen man die äußeren Eigenschaften von Werkstücken und Bauteilen aus Metall oder Kunststoff gezielt verändert. Das Ziel ist es, die Oberfläche widerstandsfähiger zu machen, vor Korrosionzu schützen oder das Aussehen (Dekoration) zu verbessern.

Was ist Galvanotechnik?

Die Galvanotechnik ist ein elektrochemisches Verfahren zur Oberflächenbeschichtung. Mithilfe von elektrischem Strom und einem Elektrolyten wird eine dünne Metallschicht auf Werkstücke aus Metall oder Kunststoff aufgetragen.

Wie funktioniert Galvanotechnik?

Der Prozess findet in einem Becken statt, das eine spezielle chemische Flüssigkeit (den Elektrolyten) enthält. 

  • Der Pluspol (Anode): Besteht aus dem Metall, mit dem beschichtet werden soll (z. B. Nickel, Kupfer, Gold oder Chrom).
  • Der Minuspol (Kathode): Das zu beschichtende Werkstück.
  • Der Stromfluss: Wird Gleichstrom eingeschaltet, lösen sich Metallionen am Pluspol ab, wandern durch das Flüssigkeitsbad und lagern sich fest auf der Oberfläche des Werkstücks an.
Wozu wird Galvanotechnik eingesetzt?
  • Korrosionsschutz: Schutz von Bauteilen (z. B. im Auto oder am Bau) vor Rost und Umwelteinflüssen.
  • Verschleißschutz: Erhöhung der Härte und Langlebigkeit von stark beanspruchten Teilen wie Zahnrädern oder Zylindern.
  • Dekorative Zwecke: Verschönerung von Oberflächen (z. B. verchromte Wasserhähne, Schmuck, Besteck oder Türgriffe).
  • Funktionelle Technik: Verbesserung der elektrischen Leitfähigkeit von Steckern und Kontakten in der Elektronik.
Welche Metalle eignen sich besonders gut?
  • Zink: Günstigster und häufigster Schutz vor Rost für Stahlteile (Schrauben, Halterungen).
  • Chrom: Extrem hart, kratzfest und spiegelnd; ideal für Auto-Teile und Sanitärarmaturen.
  • Nickel: Dient oft als glänzende Zwischenschicht oder für chemisch beständige Bauteile.
  • Kupfer: Leitet Strom hervorragend; bildet meist die Haftschicht für nachfolgende Metalle.
  • Gold/Silber: Perfekt für Schmuck sowie oxidationsfreie Kontakte in der Elektronikindustrie
Kann man Kunststoffe beschichten?

Ja, Kunststoffe eignen sich hervorragend für die Galvanotechnik. Die sogenannte Kunststoffgalvanisierung (oder Kunststoffmetallisierung) ist heute ein Standardverfahren in vielen Industriezweigen. Da Kunststoffe jedoch keinen Strom leiten, können sie nicht direkt wie ein Metallteil ins Galvanikbad gehängt werden. Sie müssen vorher in einem speziellen Vorprozess elektrisch leitfähig gemacht werden.

Wie funktioniert Kunststoff-Galvanik?

Der Prozess gliedert sich in eine chemische Vorbehandlung und die anschließende Metallisierung. Zuerst wird der Kunststoff (meist ABS) in einer Beize aufgeraut, damit der spätere Verbund haftet. Danach sorgen ein Aktivator und eine hauchdünne, chemisch aufgebrachte Nickelschicht für die nötige elektrische Leitfähigkeit. Erst im letzten Schritt folgt die klassische galvanische Beschichtung im Strombad, bei der z. B. Glanzchrom aufgetragen wird.

 

Weitere Informationen finden Sie hier https://fgk.zvo.org/kunststoffgalvanik

Welche Schichtdicken werden in der Galvanotechnik erreicht?

Je nach Verfahren und Einsatzzweck bewegen sich die Schichtdicken meist im Mikrometerbereich (µm), typischerweise zwischen 1 µm und 50 µm. Dekorative Chromschichten sind oft hauchdünn (ca. 0,3 µm), während funktioneller Korrosionsschutz (z. B. Zink) oder Verschleißschutz (Hartchrom) deutlich dickere Schichten erfordert.

Im ZVO-Einkaufsführer finden Sie spezialisierte Betriebe für Dickschicht-Verfahren.

Was ist der Unterschied zwischen Galvanisieren und Eloxieren?

Beim Galvanisieren wird ein fremdes Metall (z. B. Zink oder Nickel) mithilfe von elektrischem Strom auf das Werkstück aufgetragen. Beim Eloxieren (Anodisieren) hingegen wird die Oberfläche von Aluminium durch ein elektrochemisches Verfahren gezielt bearbeitet und in eine schützende Oxidschicht umgewandelt. Es wird also kein fremdes Metall aufgetragen.

Suchen Sie nach dem passenden Verfahren? Im ZVO-Einkaufsführer finden Sie spezialisierte Betriebe.