Die deutsche Industrie steht unter massivem Transformationsdruck: Energiewende, Lieferkettenrisiken, verschärfte Umweltvorgaben und hohe Standortkosten bedrohen zunehmend die industrielle Wertschöpfung in Deutschland. Die Galvano- und Oberflächentechnik ist davon besonders betroffen – und zugleich ein unverzichtbarer Motor für Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und Zukunftstechnologien.
Als technologieoffener Querschnittssektor mit starker Mittelstandsstruktur liefert unsere Branche essenzielle Verfahren für deutsche Schlüsselindustrien: Automobil, Maschinenbau, Luftfahrt, Medizintechnik und Elektronik. Die Oberflächentechnik verlängert Lebenszyklen von Produkten, reduziert Rohstoffeinsatz und ermöglicht Funktionalität, Leichtbau und Energieeffizienz.
Doch die regulatorische Realität in der Chemikalienpolitik droht diese industrielle Leistungsfähigkeit zu unterminieren.
Als Mittelstandsbranche tragen wir Verantwortung für Beschäftigung, industrielle Resilienz und Innovationskraft – erwarten aber Planungssicherheit und verlässliche Regulierung.
Deshalb gilt für uns:
Aktueller Stand
Die Regulierung von Chrom(VI) steht weiterhin im Zentrum der europäischen Chemikalienpolitik. Parallel laufen mehrere Prozesse:
Die politische Stoßrichtung ist klar: mittelfristige Substitution, perspektivisch deutliche Einschränkung industrieller Anwendungen.
Bewertung aus ZVO-Sicht
Chrom(VI) ist für zahlreiche Anwendungen der Oberflächentechnik derzeit technisch nicht vollständig substituierbar, insbesondere bei:
Ein pauschaler regulatorischer Ansatz würde:
Politische Risiken
ZVO-Position
Unsere Forderungen
- Anerkennung der Oberflächentechnik als Schlüsseltechnologie
- Harmonisierung von REACH, OEL und IED – keine Doppelregulierung
- Vollständige Ausschöpfung der bestehenden REACH-Zulassungslogik
- Gleichbehandlung aller Akteure im Konsultationsprozess
IED & BREF
Aktueller Stand
Die novellierte IED wird aktuell in deutsches Recht überführt. Parallel laufen auf EU-Ebene:
National steht die Umsetzung unter starkem Einfluss von Bund-Länder-Gremien (insb. LAI).
Bewertung aus ZVO-Sicht
Die IED ist grundsätzlich ein etabliertes Instrument. Problematisch ist jedoch:
Insbesondere die Einführung von:
stellt für mittelständische Betriebe ein strukturelles Risiko dar.
Politische Risiken
ZVO-Position
Unsere Forderungen
- Einrichtung eines gemeinsamen Forums von Industrie und Behörden zur Erarbeitung von Vollzugshilfen
- Klare und einheitliche Definitionen (Vermeidung von Vollzugswidersprüchen)
- Realistische Grenzwerte auf Basis industrieller Praxis
- Begrenzung zusätzlicher Managementanforderungen für KMU
PFAS
Aktueller Stand
Die geplante EU-weite PFAS-Beschränkung zählt zu den weitreichendsten Regulierungsvorhaben der letzten Jahre. Aktuell:
Bewertung aus ZVO-Sicht
PFAS sind in der Oberflächentechnik in vielen Anwendungen aktuell unverzichtbar, insbesondere:
Ein pauschales Verbot hätte:
Politische Risiken
ZVO-Position
Unsere Forderungen
- Essential-Use-Konzept konsequent anwenden
- Lange Übergangsfristen und Pilotphasen für Substitution
- Stärkung der Forschung zu Alternativen
- Sicherstellung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit
Aktueller Stand
Die Kreislaufwirtschaft ist zentraler Bestandteil der europäischen Industrie- und Umweltpolitik:
Die industrielle Praxis wird jedoch bislang nur unzureichend abgebildet.
Bewertung aus ZVO-Sicht
Die Oberflächentechnik ist bereits heute ein zentraler Enabler der Kreislaufwirtschaft:
Diese Leistungen werden politisch jedoch:
Politische Risiken
ZVO-Position
Unsere Forderungen
- Einführung von Lebenszyklusbetrachtungen (cradle-to-grave)
- Regulatorische Anerkennung langlebiger Produkte
- Steuerliche und regulatorische Anreize für Oberflächenveredelung
- Integration der Oberflächentechnik in EU-Kreislaufstrategien
- Abbau unnötiger bürokratischer Anforderungen
Aktueller Stand
Die energiepolitische Debatte in Deutschland und Europa bleibt geprägt von:
Gerade energieintensive mittelständische Industrieunternehmen stehen weiterhin unter erheblichem Wettbewerbsdruck.
Bewertung aus ZVO-Sicht
Die Oberflächentechnik ist auf prozesssichere und bezahlbare Energie angewiesen – sowohl Strom als auch thermische Energie.
Die politischen Erwartungen an umfassende industrielle Flexibilisierung greifen jedoch vielfach an der Realität mittelständischer Produktionsprozesse vorbei:
Zwar bestehen punktuell Flexibilisierungsmöglichkeiten, etwa im Bereich der Prozesswärme oder durch KWK-Anlagen, erhebliche kurzfristige Lastverschiebungspotenziale bestehen jedoch nicht.
Hinzu kommt:
Politische Risiken
ZVO-Position
Unsere Forderungen
- Einführung eines international wettbewerbsfähigen Industriestrompreises
- Dauerhafte Entlastung energieintensiver KMU bei Strompreisbestandteilen
- Sicherstellung der Wahlfreiheit zwischen Strom, Gas und alternativen Energieträgern
- Reduzierung der CO₂-Kostenbelastung für industrielle Prozesse
- Erhalt und Ausbau einer dualen Energieinfrastruktur
- Technologieoffene Industriepolitik statt regulatorischem Elektrifizierungszwang
Regulatorische Entwicklungen
Aktueller Stand
Die arbeits- und sozialpolitische Diskussion wird aktuell bestimmt durch:
Gerade mittelständische Industrieunternehmen stehen unter wachsendem Druck.
Bewertung aus ZVO-Sicht
Die Oberflächentechnik ist eine arbeitsintensive Schlüsselbranche mit hohem Fachkräftebedarf.
Die aktuelle Entwicklung führt zu:
Gleichzeitig fehlt eine strategische Verknüpfung von:
Politische Risiken
ZVO-Position
Unsere Forderungen
- Begrenzung der Lohnnebenkosten
- Stärkung der dualen Ausbildung und gezielte Fachkräftezuwanderung
- Abbau arbeitsrechtlicher Bürokratie
- Flexibilisierung von Arbeitszeitmodellen
- Enge Verzahnung von Arbeitsmarkt- und Industriepolitik